Die neue Internetpräsenz der St. Sebastian Schützenbruderschaft Alme 1857 e.V. kommt……

Nach einigen Jahren der technischen Weiterentwicklung braucht die Internetpräsenz der Bruderschaft ein neues Fundament und neuen Style für die Zukunft.

In den nächsten Tagen und Wochen werden wir hier noch viele liebgewonnen Punkte sukzessive wieder ergänzen bzw. aufnehmen. Natürliche bleiben die beiden früheren Versionen erreichbar und wir sind für alle Anregungen dankbar!

Schickt uns gern alles direkt per Mail an Vorstand@Sebastian-Schuetzen-Alme.de

Aktuelles

Zur aktuellen Situation und den Aussichten eine gemeinsamte Information des Stadtschützenverband Brilon: “Schützenfestsaision 2021 wird anders!”

Am Samstag, 20.03.2021, kamen die Vorsitzenden der Schützen- und Heimatvereine des Stadtgebiets mit dem Vorstand des Stadtschützenverbandes Brilon zusammen, um über die Schützenfestsaison 2021 zu beraten.

„Traditionelle Schützenfeste, wie wir sie kennen und gewohnt sind, kann es auch in diesem Jahr nicht geben“, erklärt der Vorsitzende des Stadtschützenverbandes Brilon, Tobias Tilli, und ergänzt: „darüber herrscht im Stadtverband Einigkeit.“

Die Vorsitzenden verständigten sich jedoch darauf, dass die Feste nicht gänzlich ausfallen werden. Demnach wird jeder Verein im Rahmen der sich pandemiebedingt stetig ändernden Infektionsschutzvorgaben und -verordnungen eigene Ideen entwickeln, sodass zumindest ein Teil des Schützenfestes gefeiert werden kann.

„Das hat schon im Jahr 2020 gut geklappt. Damit werden unsere Schützenfeste nicht gänzlich ausfallen, sie werden eben anders sein. Unsere Schützenbrüder können sich auf vielfältige und kreative Ideen freuen“, gibt sich Tobias Tilli zuversichtlich.

Geeinigt hat man sich ebenfalls darauf, dass es 2021 keine Vogelschießen geben wird. Die Königspaare, die seit 2019 ihre Vereine repräsentieren, regieren damit ein weiteres Jahr. Bürgermeister Dr. Bartsch, der ebenfalls am Treffen teilnahm, nahm diese Entscheidung positiv auf, denn so könne er die Königspaare im nächsten Jahr zum traditionellen Empfang ins Rathaus einladen, da dieser sowohl 2020 ausfiel und auch 2021 abgesagt werden muss. Der Bürgermeisterempfang für die Briloner Schützenkönigspaare findet in der Regel im Rahmen der Veranstaltung „Brilon blüht auf“ statt.

Außerdem wird das für September in Wülfte geplante Stadtschützenfest verschoben und 2021 nicht stattfinden. Ausrichter des nächsten Stadtschützenfestes bleibt die St. Anna-Schützenbruderschaft Wülfte, die gemeinsam mit dem Vorstand des Stadtschützenverbandes über einen neuen Termin beraten wird.

„Wir  wünschen  allen  Schützen,  Familien,  Mitbürgerinnen  und  Mitbürgern  das,  was  auch 2021 am meisten zählt: Gesundheit und Durchhaltevermögen. Bleibt  dem  Schützenwesen  treu,  denn  es  kommen  ganz  sicher  wieder  Zeiten,  in  denen  wir unbeschwert die Freuden unserer Schützenfeste genießen können!“, so der erste Vorsitzende des Stadtschützenverbandes Brilon, Tobias Tilli, zum Abschluss des Treffens der Vorsitzenden.

Weitere Informationen folgen so bald als möglich!!

Terminliche Verschiebung der Generalversammlung 2021

Liebe Schützenbrüder,

wie im Jahr 2020 bestimmt die Corona-Pandemie leider auch zu Beginn des neuen Jahres 2021 weiterhin unser gesellschaftliches Leben. Aus diesem Grund möchten wir darüber informieren, dass die eigentlich für den 23. Januar 2021 geplante Generalversammlung 2021 auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr verschoben werden muss.

Nach Rücksprache mit allen zur Wahl stehenden Vorstandsmitgliedern erklärten sich alle Amtsträger bereit, bis zur nächsten Generalversammlung im Amt zu bleiben und dieses weiterhin auszuüben.

Auch die im Februar geplante Weiberfastnachtsveranstaltung wird nicht stattfinden können.

Zu den weiteren Terminen in diesem Jahr, insbesondere unserem Schützenfest am 3. Wochenende im Juli und der Rechnungslage im September, können wir leider zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen ob und in welcher Form diese stattfinden können. Sobald es diesbezüglich Neuigkeiten gibt, werden wir Euch persönlich und mittels der gängigen Medien hierüber informieren.

Für das neue Jahr 2021 wünsche ich allen Schützen mit ihren Familien trotz der aktuellen Umstände Glück, Gesundheit und Zufriedenheit – verbunden mit herzlichem Dank für die Unterstützung unserer Arbeit im vergangenen Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

St. Sebastian-Schützenbruderschaft Alme

Walter Scholz
  1. Vorsitzender und Oberst

St. Sebastian-Schützenbruderschaft Alme

Liebe Schützenbrüder und Almer Bürger

Besondere Zeiten erfordern besondere Menschen

Das aktuelle Jahr 2020 ist ein Jahr, welches uns allen nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Lieb gewonnene Gewohnheiten und menschliche Nähe waren plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr.

Das hat viele von uns an unsere Grenzen gebracht. Wir wollen und können nur hoffen, dass die normale Zeit bald wieder beginnt und wir unsere Bräuche und festen Rituale bei unserer Bruderschaft wieder gemeinsam angehen können. Ihr werdet über jegliche Aktivitäten umgehend benachrichtigt, wenn sich „etwas tut“ !

Auch die jährlich im Januar stattfindende Generalversammlung wird infolge der Pandemie nicht durchgeführt werden können. Über einen gegebenenfalls neuen Termin werden alle Vereinsmitglieder umgehend informiert.

Bis dahin wünsche ich euch, auch im Namen aller Vorstandsmitglieder unserer Bruderschaft frohe Festtage, eine guten Rutsch und vor allem ein gesundes, glückliches und wieder geselliges Jahr 2021.

In jeder Krise steckt eine neue Chance.

St. Sebastian Schützenbruderschaft Alme 1857 e. V.

  1. Vorsitzender und Oberst

Walter Scholz

Spendensumme in Höhe von über 4.000€ für den guten Zweck

Über einen Scheck in Höhe von 4.079,32 € konnte sich der Verein „Hilfe für das krebs- und schwerstkranke Kind Paderborn e.V.“ freuen. Wie bereits in den vergangenen Jahren, stammt die Spendensumme aus dem „Kinder- und Erwachsenentrödelmarkt“, welchen das Team um Initiator Reinhard Beschorner in Kooperation mit der St. Sebastian Schützenbruderschaft Alme durchgeführt hat.

Die aktuelle Spendensumme stammt aus der Veranstaltung Ende 2019. „Es ist mir eine besondere Freude, diesen Scheck wie in jedem Jahr übergeben zu dürfen. Wir wissen, dass die Spende bei Euch in besonders guten Händen ist!“, so Beschorner.

Weihnachten an der Lambach Pumpe 2020

Hallo Schützen, Almer Bürger und Gäste, wie Ihr sicher schon alle gesehen habt, haben wir von der St. Sebastian Schützenbruderschaft wie in den letzten Jahren auch beim Ortswappen an der Lambach Pumpe wieder beleuchtete Tannenbäume aufgestellt.

Dies ist immer ein schöner Anblick für alle, die nach Alme kommen und soll in dieser besonderen Zeit etwas Weihnachtsstimmung verbreiten.  Leider mussten wir schon auf die eigentlich traditionelle Aktion „Die Pumpe glüht“ mit Musik, Gedichten und warmen Getränken im Rahmen der Pandemiebestimmungen in diesem Jahr verzichten.

Daher allen noch eine schöne Adventszeit, ein zwar anderes, aber trotzdem Besinnliches Weihnachtsfest und bleibt alle gesund!!

Rechnungslage 2020

Liebe Schützenbrüder,

liebe Almer,

liebe interessierte Mitbürger,

auf Grund der aktuellen Situation bezüglich der Corona-Pandemie, haben wir uns entschieden die für den 19.09.2020 geplante Rechnungslage im Speiseraum der Gemeindehalle abzusagen. Über das weitere Vorgehen und den Planungsstand der kommenden Veranstaltungen (Kinderkrebshilfe-Basar, Generalversammlung) werden wir hier sowie auf den gängigen Portalen informieren.

Der Vorstand

Aktionen zum Schützenfest Termin in Corona Zeiten

Wir hoffen mit der Festschrift „Corona-Sonderausgabe“ vor dem eigentlich Schützenfest Termin ein leichtes Schützenfestfeeling unter den aktuellen Gegebenheiten doch noch geweckt zu haben.

Denn ganz ohne etwas wollten wir das Thema Schützenfest 2020 nicht abhaken.

Am Freitag, vor dem eigentlichen Festtermin, wurde eine Bierkistenaktion durchgeführt, bei der man auf Vorbestellung gekühltes Krombacher Pils an der Gemeindehalle abholen oder sich auch  nach Hause liefern lassen konnte.

Alfons Homann bei der Selbstversorgung

Der Erlös dieser Aktion kommt der Kinderkrebshilfe in Paderborn zugute, welche schon lange Jahre von den Sebastianschützen unterstützt wird.

Der Samstagabend wurde am Ehrenmal unter freiem Himmel die Schützenmesse mit anschließender Kranzniederlegung gefeiert, die vom Musikverein Alme, den „Original Almetalern“ begleitet wurde.

Einen weiteren Auftritt hatte der Musikverein am Sonntagnachmittag, als zentral in der Dorfmitte am Springbrunnen ein Platzkonzert stattfand. Hier konnte bei flotter Marschmusik und erstklassigen Konzertstücken ein bisschen Schützenfeststimmung aufkommen, was den anwesenden Gästen unter Einhaltung der Hygieneregeln sichtlich Freude bereitete.

Platzkonzert an der Bleichstelle

Das amtierende Königspaar Mariano und Veronika Diaz gab schon vor dem leider ausgefallenden Schützenfest die Zusage, auch ein zweites Jahr zu regieren, was die Chance beinhaltet, die längste Amtszeit der Bruderschaft inne zu haben.

Im heimischen Garten positionierte sich das Königspaar vor ihrer Westernstadt „ Old Tucson“ . Der Wilde Westen ist das große Hobby der Majestäten. Mit Leidenschaft verwirklichen die beiden nicht nur ihr Hobby, sondern sind auch mit ganzem Herzen ihrer Königswürde angetan.

Bei Feuerwasser und sonstigen geistigen Getränken wird es dem Königspaar mit Sicherheit gelingen, im Saloon das ein oder andere Greenhorn mit ihren Geschichten um den Wilden Westen zu begeistern. Getreu dem Spruch auf der Vereinsfahne: Eintracht und Liebe im schönen Verein –  erhalten dem Leben den Jugendschein!

Adiós Muchachos !

Wir freuen uns schon, wenn wir wieder die Schützentradition leben dürfen!!!

Terminliche Verschiebung der Generalversammlung 2021

Liebe Schützenbrüder, wie im Jahr 2020 bestimmt die Corona-Pandemie leider auch zu Beginn des neuen Jahres 2021 weiterhin unser gesellschaftliches Leben. Aus diesem Grund möchten wir darüber informieren, dass die eigentlich für den 23. Januar 2021 geplante Generalversammlung 2021 auf einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr verschoben werden muss. Nach Rücksprache mit allen zur Wahl …

Besondere Zeiten erfordern besondere Menschen

Liebe Schützenbrüder und Almer Bürger Besondere Zeiten erfordern besondere Menschen Das aktuelle Jahr 2020 ist ein Jahr, welches uns allen nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Lieb gewonnene Gewohnheiten und menschliche Nähe waren plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr. Das hat viele von uns an unsere Grenzen gebracht. Wir wollen und können nur hoffen, dass die normale Zeit …

Spendensumme in Höhe von über 4.000€ für den guten Zweck

Alme. Über einen Scheck in Höhe von 4.079,32 € konnte sich der Verein „Hilfe für das krebs- und schwerstkranke Kind Paderborn e.V.“ freuen. Wie bereits in den vergangenen Jahren, stammt die Spendensumme aus dem „Kinder- und Erwachsenentrödelmarkt“, welchen das Team um Initiator Reinhard Beschorner in Kooperation mit der St. Sebastian Schützenbruderschaft Alme durchgeführt hat. Die …

Geschichte des Vereins

Zur Gründungsgeschichte unserer
St. Sebastian-Schützenbruderschaft Alme  

von Dietmar Hölmer
140 Jahre St.Sebastian Alme - 1997

Wird noch im Vorwort unserer aktuellen Satzung vom 19. Januar 1986 darauf hingewiesen, daß über die Entstehung der “Schützen-Gesellschaft zu Nieder-Alme” vom 25. Juli 1857 keine Unterlagen vorhanden sind, so können heute, dank der Unterstützung durch Pfarrer Konrad Leineweber, der entsprechende Unterlagen aus dem Pfarrarchiv zur Verfügung stellte, neue Aspekte der Gründungsgeschichte unserer Bruderschaft aufgezeigt werden.

Als Gründungsintentionen der heute noch bestehenden Schützenbruderschaften werden in der Literatur aufgezählt: die Wiedergründung, die Abspaltung von einem schon bestehenden Verein oder die Neugründung.1 Im folgenden wird zu zeigen sein, daß die Gründung der St. Sebastian Schützenbruderschaft unter keinem der genannten Punkte einzuordnen ist.

Unsere Bruderschaft geht zurück auf die sogenannte “Schützen-Compagnie zu Allme”, über die Schützenlisten aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) bis 1675 vorliegen.2 Über das Schützenwesen in diesen Jahren liegen nach heutigem Erkenntnisstand keine Aufzeichnungen vor.

Erst Heinrich Kampschulte – 1855 bis 1869 Pfarrer in Alme und engagierter Heimatforscher – befaßt sich in einer Abhandlung für das Pfarrarchiv mit dem Almer Schützenwesen.3 Nach seinen Aufzeichnungen ist in Alme seit mehr als 30 Jahren – also ca. seit 1820 – kein Schützenfest mehr gefeiert worden: “alte Leute erinnern sich noch eben an die Zeit, wo ein solches auch hier gefeiert ward;

es scheint aber an seiner eigenen Schmach und Ausartung zu Grunde gegangen zu sein. Die Erinnerung an dasselbe ist eine so trübe, daß die bessere Mehrzahl der Eingesessenen beider Gemeinden, bei dem bekanntlich etwas leichtsinnigen Character der hiesigen Bevölkerung, die Wiederkehr eines solchen Festes mit größter Besorgniß aufnehmen würde”.4

Kampschulte nennt als Voraussetzungen für die künftige Feier eines Schützenfestes, die christliche Ausrichtung des Festes und die Gleichbehandlung der Bürger der damals noch selbständigen Gemeinden Nieder- und Oberalme, denn “erfahrungsgemäß entstehen zwischen den Ober- und Niederalmern leicht Reibungen, wenn die natürliche Parität verletzt wird. Zudem würde für Oberalme eine Ungerechtigkeit darin liegen, wenn es in dieser einen Beziehung zurückgesetzt würde, da es für sich zu klein ist, um ein eigenes irgendwie anständiges Fest begründen zu können. “ Letztlich ist durch entsprechende Statuten sicherzustellen, “daß die äußere Ordnung gehörig gehandhabt werde.

Zur Mitte des letzten Jahrhunderts wirken zahlreiche kirchliche Bruderschaften, in denen sich Gläubige zusammenschließen, um bestimmte Mißstände zu bekämpfen oder besondere christliche Ideen verstärkt zu unterstützen. Eine dieser Bruderschaften ist die sog. Mäßigkeitsbruderschaft, die am 11. Juli 1852 bei uns in Alme errichtet wird, und deren Mitglieder jährlich neu versprechen, auf den Genuß von gebranntem Alkohol zu verzichten.5 Der Niederalmer Landwirt Johann Borghoff muß in dieser Bruderschaft an maßgeblicher Stelle mitgearbeitet haben.

Im Frühjahr 1857 kommt es zum Streit zwischen Pfarrer Heinrich Kampschulte und Johann Borghoff, der mit der Amtsenthebung von Borghoff in der Mäßigkeitsbruderschaft endet. Johann Borghoff entschließt sich daraufhin mit einigen Gleichgesinnten eine Schützengesellschaft zu gründen. Pfarrer Kampschulte berichtet:

So liegt der Ursprung und tiefste Grund der Stiftung einer Schützengesellschaft in der Animosität eines Einzigen oder doch sehr Weniger gegen ihren Pfarrer, respective gegen die über alles Lob erhabene Mäßigkeitsbruderschaft; ein Umstand, der von vorne-herein jeden Unparteiischen mit Mißtrauen gegen das durchaus zu erwartende Resultat erfüllen mußte. “

In Alme formiert sich somit in 1857 um den Vorsitzenden Johann Borghoff ein Schützenverein, der am 25. Juli beim zuständigen Amtmann Esser in Brilon um die Genehmigung der Satzung und die Erlaubnis zur Abhaltung eines Schützenfestes anfragt. Mit Schreiben vom 7. Juli 1857 antwortet Amtmann Esser, daß gegen das Feiern eines Schützenfestes keine Einwendungen zu erheben sind, sofern sich der Schützenvorstand mit Pfarrer Kampschulte wegen der in der Satzung vorgesehenen kirchlichen Feier einigt und dessen Erklärung beifügt. Weiterhin ist in die Satzung aufzunehmen, “daß auf dem Schießstande gar keine geistigen Getränke, und auf dem Tanzzelte und dessen nächster Umgebung kein Branntwein, sondern gutes Bier verzapft werden darf”.

Zwischen dem Schützenvorstand und Pfarrer Kampschulte kommt es am 6. August 1857 zu folgender Einigung:

“1. Die Schützengesellschaft ist als ein unter dem Schutze des hl. Sebastianus stehender christlicher Bruderverein für alle Pfarrgenossen des Kirchspiels Alme6 gegründet.

2. Der Verein verpflichtet sich, die sowohl im Interesse des Staates als der Kirche höchst heilsam hier bestehende Mäßigkeitsbruderschaft in der Weise zu fördern, daß auf dem Schießstande gar kein geistiges Getränk, in dem Tanzzelte und dessen nächster Umgebung kein Branntwein, sondern gutes Bier verzapft werden darf.

3. Die Feierstunde ist an beiden Tagen des Festes vom Commandeur so zeitig anzusetzen, daß die für das Interesse der Sittlichkeit verderblichen Nachtschwärmereien und nächtlichen Begleitungen verhindert werden können und die gewissenhafte Controlle nicht erschwert wird. Um zehn Uhr Abends müssen nicht nur die Schützenlokale, sondern auch Straßen und Wirthshäuser leer und ruhig sein.

4. … vor definitiver Bestimmung der beiden Schützenfesttage ist jedesmal mit dem Pfarrer Rücksprache zu nehmen, weil die Schützengesellschaft als christlicher Verein keine allgemeine oder spezielle Feier der Pfarre beeinträchtigen, sondern unter Anleitung des Pfarrers nach Möglichkeit fördern helfen will.

5. Der Vorstand wird alljährlich den Pfarrer geziemend ersuchen, an einem Tage des Festes zu Ehren des heiligen Sebastianus ein Hochamt zu celebriren auf daß Gott die Festfreude durch seinen Segen erhöhen und auf die Fürsprache des h. Patronen jedes Unglück und unchristliche Ärgeniß gnädig abwenden wolle.”

Trotz der erzielten Einigung teilt Pfarrer Kampschulte dem Amtmann Esser am folgenden Tag seine Bedenken mit: “Nur mit Mühe habe ich in Nr. 1 des Nachtrags (Anm. d. Verf.: der Satzung) die Bezeichnung Alme statt Niederalme gerettet. Es liegt aber auf der Hand, daß die schon vorhandene üble Stimmung in Oberalme zu fortdauernden Streitigkeiten die Veranlassung bieten würde, wenn jene Bezeichnung (Niederalme) gewählt würde. Da der Vorstand mit einer unwesentlichen Ausnahme prinzipiell nur Niederalme zählt, bin ich auch so keineswegs ohne Besorgnis…” .7 Am 13. August 1857 erteilt Amtmann Esser die polizeiliche Erlaubnis, “sich behufs Abhaltung eines Vogelschießens und damit verbundener Tanzlustbarkeit bewaffnet zu versammeln”.

Pfarrer Kampschulte ist nicht ohne Grund besorgt, beobachtet er doch eine auffallende Animosität gegen den Grafen von Bocholtz, als seitens des Schützenvorstandes ein vom Grafen erbetenes Geschenk an Holz nicht angenommen wird, weil Graf von Bocholtz den Schützenvorstand eindringlich auf die Satzung und die mit Pfarrer Kampschulte getroffene Zusatzvereinbarung einschwört.

Die Handlungsweise des Schützenvorstandes läßt den Schluß zu, daß die Vereinbarung mit Pfarrer Kampschulte nur getroffen wurde, um seitens der Verwaltung die Genehmigung zum Schützenfest zu erhalten.

Die Pfarrchronik berichtet weiter: “Um diese Zeit fing die Ruhrkrankheit8 auch in Alme zu grassieren an und die unausbleibliche Folge war die Aufhebung der Erlaubnis zur Abhaltung des Festes. Als gleichwohl da man hier noch eine Rücknahme des Verbots hoffte am Vorabende des angesetzten Schützenfestes der Vogel aufgerichtet und mir eine Serenade dargebracht wurde, mußte ich9 als loyaler Unterthan mich jeder Gutheißung des gethanen Schrittes enthalten, was abermals böses Blut absetzte. So war der Grund zur weiteren Verdächtigung des Pfarrers dessen entscheidende Haltung in der Achtung der Gesetze.”

Im Jahr 1857 kann der Verein somit kein Schützenfest feiern.

Der Streit zwischen dem Landwirt Johann Borghoff und Pfarrer Kampschulte ist auch im Herbst 1857 nicht beigelegt. Der Schützenverein zu Niederalme gibt sich neue Statuten. Ein Vermerk im Pfarrarchiv Alme sagt dazu: “Die neuen Schützen-Statuten, in welchen jede Beziehung auf die Religion ausgemerzt ist, sind vom 11. September. “Die Satzung ist nur von Johann Borghoff allein, “im besonderen Auftrage” unterschrieben.

Die besagten Statuten vom 11. September 1857 befinden sich heute im Archiv der Stadt Brilon10 und stellen die älteste vorhandene Satzung unserer Bruderschaft dar. In der Tat finden sich in diesen Statuten keine Hinweise auf die christliche oder kirchliche Ausrichtung. Lediglich in § 5 wird bestimmt, daß Geistliche und Lehrer als sog. Festgenossen am Schützenfest teilnehmen können. Weiterhin wird die Bezeichnung Verein und nicht Bruderschaft gewählt und in der Überschrift der Statuten findet sich die Ortsbezeichnung Niederalme und nicht Alme. Die Neufassung der Statuten ist also die Folge des Streits zwischen Pfarrer Kampschulte und Johann Borghoff.

Der Schützenverein zu Niederalme ist 1858 in der Schützenbruderschaft der Pfarrei Alme aufgegangen. Die Satzung der Bruderschaft datiert vom 25. Juni 1858. In der Präambel ist zu lesen, daß die Bruderschaft gegründet worden ist, “um den ehrbaren Mitgliedern derselben ein jährlich stattfindendes christliches Volksfesten gewähren, und damit zugleich allen s. g. Winkelbällen und namentlich auch den Fastnachtstänzen vorzubeugen.

Unterzeichnet ist die Satzung vom Vorsteher J. Bunse und von A. Schulte. Johann Borghoff hat demnach im Sommer 1858 in der Bruderschaft keine maßgebliche Funktion mehr. Unter Nr. VI der Statuten werden nunmehr ausführliche Regelungen zur kirchlichen Ausgestaltung des Lebens in der Bruderschaft getroffen. Die Bruderschaft hat damit ihre noch heute vorhandene christliche Ausrichtung gefunden, denn nach § 2 der Satzung in der Fassung vom 19. Januar 1986 stellt die Bruderschaft ihr Handeln unter den Leitgedanken “Glaube, Sitte, Heimat” und sieht ihre Aufgabe u.a. darin, dem überlieferten Glauben unserer Väter u.a. in der Pflege des religiösen Lebens treu zu dienen.

Auf die Gründung des Schützenvereins zu Niederalme im Jahr 1857 weist heute noch die untere Plakette der Königskette hin, auf der zu lesen ist: “Der Schützenverein in Niederalme 1857”.

Auf die in 1858 gegründete Schützenbruderschaft für die Pfarre Alme deutet die Umschrift auf der ältesten Fahne unserer Bruderschaft aus dem Jahre 1892 hin. “Sebastianus Schützen Verein -Alme – 1892 – gegründet 1858”.

Quellenverzeichnis:

  • 1) Plett Walter VI Die Schützenvereme im Rheinland und in Westfalen 1789 – 1939 Köln 1995 S. 40
  • 2) Archiv Graf von Bocholtz Asseburg, Hinnenburg, (alt) VIIa, Nr. 28 vgl, auch 350 Jahre Schützenleben in Alme – 125 Jahre St. Sebastian Schützenbruderschaft, Festschrift anläßlich des 125-jährigen Jubiläums der Schützenbruderschaft St. Sebastian Alme 1857 e.V., Alme 1982
  • 3) für die Zitate, falls keine andere Angabe: Pfarrarchiv der katholischen Pfarrgemeinde St. Ludgerus Alme Band A 8
  • 4) Bei den kursiv gedrucketen Zitaten wurde die damals gebräuchliche Schreibweise beibehalten.
  • 5) Lahme, Elisabeth, Almer Feste und Feiern im Jahreskreis, Teil 1, Alme 1990
  • 6) Zum Kirchspiel Alme gehören die drei damals selbständigen Gemeinden Oberalme, Niederalme und die sog Gutsgemeinde Alme
  • 7) Bruns, Alfred, Amt Thülen, Geschichte und Überlieferung, Bnlon 1974, S. 186
  • 8) Durch Bakterien verursachte Entzündung der Dickdarmschleimhaut, die meldepflichtig war und bei der Seuchengefahr bestand.
  • 9) gemeint ist Pfarrer Kampschulte
  • 10) Akte Amtsarchiv Thülen A 656

Kontakt

1. Vorsitzender:
Walter Scholz, Krummer Weg 9, 59929 Brilon-Alme

Redaktionell verantwortlich / Webmaster:
Frank Hettegger (2. Vorsitzender) und Tobias Götte (Geschäftsführer), 59929 Brilon-Alme

erreichbar unter Vorstand@Sebastian-Schuetzen-Alme.de